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Burgund




Abbilder des Himmels Cluny - als "Leuchtturm der Christenheit" galt dieses 910 gegründete Kloster jahrhundertlang. Es war der Ausgangspunkt einer der bedeutendsten Klosterreformen des Mittelalters, so dass seinem Verband schließlich mehr als 1000 große und kleine Ordenshäuser angehörten, und ein einzigartiges Zentrum geistlicher, geistiger und künstlerischer Ausstrahlung. Hinzu kam politische Macht: Schließlich war es Abt Hugo von Cluny, der 1077 in Canossa als Mittler zwischen seinem Patensohn Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. stand. Er ließ auch ab 1088 die Klosterkirche neu errichten. Die reizvollste Art, die Kirche von Cluny im Geiste wieder aufzubauen, ist allerdings eine Rundfahrt zu den von ihr inspirierten Bauten in Süd- und Westburgund. Nur wenige Kilometer südlich von Cluny liegt Berzé-la-Ville, wo sich die Kapelle der Sommerresidenz der Äbte erhalten hat. Ihre blaugründigen Wandmalereien sind im selben Stil wie die der großen Abteikirche gehalten. Über eine malerische Höhenstraße – oder für Eilige die "Route Express" – erreicht man 50 Kilometer weiter westlich Paray-le-Monial und seine Herz-Jesu-Basilika, die gleichzeitig mit der Kirche von Cluny errichtet wurde und trotz ihrer Größe als "Taschenausgabe" der einst größten Kirche der Christenheit gilt. Hier erkennt man deutlich die klar gegliederte Architektur, spürt man das Spiel mit Licht und Schatten. Von Paray aus lolmt sich ein Ausflug ins benachbarte Brionnais, wo jeder zweite Ort eine romanische Kirche oder Kapelle sein eigen nennt – und Semur-en-Brionnais, der Geburtsort von Abt Hugo, derer gleich zwei aufweisen kann. Die Loire abwärts führt der Weg über Nevers mit seiner vom Stil der benachbarten Auvergne beeinflußten Kirche Saint-Etienne nach La Charite-sur-Loire, das den Titel "Erste Tochter von Cluny" führte. Die hohe Wallfahrtskirche Notre-Dame (Weltkulturgut der UNESCO) beherrscht noch heute das Stadtbild, obwohl auch sie um einige Joche verkürzt und mehrfach restauriert wurde. Ihre Bedeutung verdankte sie nicht nur ihrer innigen Bindung an Cluny, sondern auch ihrer Rolle als wichtige Station auf der Pilgerstraße nach Santiago-de-Compostela. Hier überquerten die Jakobspilger die Loire, nachdem sie sich drei Tagesmärsche zuvor aus Nord- und Mitteleuropa kommend in Vézelay gesammelt hatten. Die Abtei Fontenay, ebenfalls Weltkulturgut der UNESCO, ist ein Musterbaispiel zisterziensischer Architektur: turmlose Kirche, elegant stilisierte Blattkapitelle um den Kreuzgang, die ganze Anlage in einen grünen Talgrund gebettet - ein Ort des Friedens. Die gleiche verhaltene Eleganz herrscht in Pontigny, und im malerisch restaurierten La-Bussière-sur-Ouche. Ein eindrucksvolles Beispiel der Handwerkstätigkeit der Zisterzienser ist das von ihnen begründete Weingut des Clos-de-Vougeot bei Nuits-Saint-Georges. Cîteaux selbst öffnet seine Pforten für Besucher von Mai bis Oktober im Rahmen eines geführten Rundgangs zu den historischen Bauten mit Erklärungen zum Klosterleben.
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