Essen und Burgunderwein als Lebensphilosophie - In diesem Land der feinsinnigen Genießer ist der Wein untrennbar mit der Kochkunst verbunden. Hier zelebriert man ihn um das entsprechende Gericht versammelt im Kreise Gleichgesinnter. Den Reisenden erwartet in Burgund nicht nur die allgegenwärtige Esskultur der Einheimischen. Zahlreiche Veranstaltungen und Broschüren machen es ihm leicht, selbst mit Herz und Gaumen zum Burgunder zu werden. Die Bereitung des Weißweins berühmter Lagen beginnt mit dem Pressen der Trauben, so dass der Most sogleich von den festen Bestandteilen getrennt wird. In den der Tradition verpflichteten Häusern gärt er dann langsam in Eichenholzfässern - Meister der perfekt kontrollierten Weinbereitung hingegen vertrauen ihn nur blitzblanken Edelstahltanks an. Derweilen brodeln Bottiche, in denen klarer Rebensaft nach die Farbstoffe, Kraft und Würze blauer Trauben annimmt. Jung und turbulent wird der Rotwein in Fässer gefüllt und in sechs bis achtzehn Monaten zu einem würdigen Vertreter Burgunds ausgebaut - "élevé", herangezogen, sagen die Einheimischen. Denn nur seine Herkunft steht auf dem Flaschenetikett. Je genauer die Bezeichnung, desto edler der Tropfen – so lautet die Grundregel. Heißt er schlicht "Burgunder", dann kann er aus den unterschiedlichsten Teilen der Region stammen. Aber aus der - in deutschen Landen aus ersichtlichen Gründen als Spätburgunder bekannten - Rebsorte Pinot noir wurde er allemal gekeltert, wenn es sich um einen Rotwein handelt. Ist es ein Weißer, so handelt es sich um Trauben der Sorte Chardonnay.
© by Datatravel Srl
|
|